Die künstlerische Arbeit Qian Hans bewegt sich zwischen Familienerinnerungen, dem weiblichen Körper und geografischen Erzählungen. Ihre Arbeit verfolgt einen komplexen Weg – einen Weg, der die Frage aufwirft, wie das Individuum innerhalb der verflochtenen Strukturen von Geschichte, Raum und Identität geformt und verdeckt wird und wie subtile, sanfte Gesten dennoch Spuren in großen Erzählungen hinterlassen können. Dieser Weg verbindet den Norden und Süden Chinas und reicht gleichzeitig bis in die 1950er Jahre zurück – die Ära der industriellen Migration und des Wiederaufbaus in Stadt und Land –, wobei er die historischen Schichten der Identitätsbildung, den Wandel der politischen Sprache und die Umverteilung von Ressourcen berührt.
Qians Erforschung dieser Entwicklung stützt sich zunehmend auf umfassende historische und geografische Erfahrungen und Vorstellungen. Nachdem sie fast ein Jahrzehnt in Europa gelebt hat, ist ihr zunehmend bewusst geworden, dass ihr Selbstverständnis
zwischen China und Europa ständig neu definiert und zusammengesetzt wird.